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Drei Stimmungsbilder - C Punkt Pforzheim
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10 Sekunden

10 Sekunden - das ist eine Idee der Citypastoral durch kleine Zeichen, Spiritualität, Religion, Theologie, Glaube im Vorbübergehen anzubieten. Das Kirchenjahr ist voll von Feiertagen, Festen und Gedenktagen, die viel zu sagen haben. In loser Folge werden daher übers Jahr immer wieder einmal Themen aufgegriffen, die verblüffend aktuell oder unaufgeregt zeitlos christliche Sinnspitzen aufzeigen.

Die erste 10-Sekunden-Aktion war am 12. Mai zum Fest Christi Himmelfahrt in der Fußgängerzone in Pforzheim.

 

Wo bitte gehts denn hier zum Himmel? - Christi Himmelfahrt




 

Christi Himmelfahrt

 

Was sagt die Bibel dazu?

Nach dem biblischen Zeugnis ist Jesus nach seinem Tod und seiner Auferstehung 40 Tage lang den Jüngern immer wieder erschienen und hat ihnen vom Reich Gottes und davon erzählt, dass er ihnen bald einen anderen Beistand sendet, den Heiligen Geist. Dann, so steht es in der Apostelgeschichte, war er nicht mehr bei ihnen, sondern “eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.”

Und als sie wohl ziemlich verdattert in den Himmel geguckt haben, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: “Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.”

 

Was bedeutet das jetzt?

Wer dies aufgeschrieben hat, wollte nicht so eine Art Weltraumfahrt beschreiben. Hier wollte jemand die Erfahrung und den Glauben, dass Jesus nach seinem Tod zum Vater auferweckt wurde in ein Bild kleiden, damit man es sich vorstellen kann.

Die Leute hatten damals ein anderes Weltbild als wir heute. Für sie gab es die Unterwelt, ein Totenreich, dann die Erde, flach und nicht rund, und oben, über der Erde ist der himmlische, der göttliche Bereich. Wer also zu Gott geht, auferweckt wird, der muss nach diesem Weltbild nach oben auffahren.

Es geht bei diesem Fest um den Glauben daran, dass Jesus endgültig aufgenommen und aufgehoben ist beim Vater. Zuvor am Kreuz erniedrigt, ist Jesus jetzt im Machtbereich Gottes, den man Himmel nennt, jenseits der Grenzen von Raum und Zeit. Und nur so kann er allen Menschen nahe sein.
Der „Himmel“ ist dabei nicht ein Ort, sondern beschreibt die liebende und heilende Gemeinschaft mit Gott.

 

Warum Himmelfahrt?

Ja, warum eigentlich? Wäre doch besser gewesen, er wäre dageblieben.

Jede Entwicklung vollzieht sich durch Abschied und Neubeginn: Bei der Geburt muss die erste Nabelschnur durchtrennt werden, um neues, eigenständiges Leben zu ermöglichen. Zum zweiten Mal muss eine Nabelschnur im übertragenen Sinn durchschnitten werden in der Pubertät, damit aus dem Kind ein erwachsener Mensch reift. Der Preis für Identität und Ichstärke sind die vielen Abschiede!

“Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?” werden die Jünger gefragt: Das Glück von Neuanfängen kann blockiert werden, wenn man am Rockzipfel des Bisherigen hängen bleibt.

Unsere Tendenz, am Vergangenen festzuhalten wirkt mächtig. Aber ohne Himmelfahrt wären die Jünger nie auf den "Geist in ihnen" gewiesen und geworfen gewesen. Zu unserem Besten "muss der Guru gehen.”

Für uns sollte Himmelfahrt heißen, irgendwann auf eigenen Füßen zu stehen. Das Gute im Leben passiert nicht immer nur den anderen, es ist auch nicht immer fernab in irgendeinem “Himmel”.

So findet man den Himmel nicht, sagt Angelus Silesius:


“Halt an, wo laufst Du hin? Der Himmel ist in Dir! Suchst Du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.”

 



copyright 2011 M. Kiefer-Berkmann